Die Bedeutung der Astrologie

Das Verlangen, mehr über die eigene Person und sein eigenes Schicksal zu erfahren, ist so alt wie die Menschheit selbst. Bereits steinzeitliche Kulturen entwickelten Rituale, die es ihnen ermöglichten, sich durch Drogen, Trancezustände oder andere Hilfsmittel mit der Natur, dem Universum, mit Göttern oder Toten in Verbindung zu setzen, um Geheimnisse zu ergründen und einen Blick in die Zukunft zu erhaschen.

Mit der Entstehung der ersten Hochkulturen verfeinerte der Mensch diese Verfahren oder entwickelte gänzlich neue Techniken. Viele dieser Wahrsagemethoden – sei es der Flug der Vögel oder das Lesen der Eingeweide getöteter Tiere – erscheinen heutzutage ein wenig seltsam und bizarr. Andere Methoden dagegen – und hier sei vor allem die Numerologie oder das Kartenlegen genannt – erfreuen sich dagegen auch in unserer modernen Zeit großer Beliebtheit und werden von einer wachsenden Zahl von Menschen herangezogen, um die kleineren und größeren Fragen des Alltags zu beantworten.

Die bekannteste und populärste aller Techniken, um mehr über das eigene Ich zu erfahren und einen Blick in die Zukunft zu werfen, ist aber ohne Zweifel die Astrologie. Natürlich gibt es Skeptiker, die Divinationsmethoden im Allgemeinen und der Astrologie im Besonderen nichts abgewinnen können – und dennoch: Selbst unter den Zweiflern gibt kaum jemanden, dem sein Sternzeichen nicht bekannt wäre oder der nicht hin und wieder einen Blick auf sein Tageshoroskop in der Zeitung werfen würde …

Ihre Entstehung verdankt unsere abendländische Astrologie – auf die chinesische und indische Astrologie soll hier nicht eingegangen werden – den Sumerern und Babyloniern. Weisen Menschen oblag es dort im zweiten Jahrtausend vor Christus, den Himmel zu beobachten, um Wetterumschwünge und Klimabedingungen für die Landwirtschaft vorherzusagen, womit Meteorologie, Astronomie und Astrologie einen gemeinsamen Ursprung hatten. Die letzten beiden waren auch durch die Jahrhunderte untrennbar miteinander verbunden und wurden erst mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften im Zuge der Aufklärung voneinander getrennt.

Seither gilt alles, was mit naturwissenschaftlichen Methoden untersuch- und beweisbar ist, als Astronomie oder Sternenkunde, während alles, was mit der Deutung der Position von Himmelskörpern und deren vermeintlichen Einfluss auf das Schicksal der Menschen zu tun hat, als Astrologie oder Sterndeutung. Auch wenn der Begriff „Sterndeutung“ heute einen leicht negativen Beigeschmack hat, so ist er im Grunde genommen nichts anderes als eine wörtliche Übersetzung, setzt sich der Ausdruck Astrologie doch aus den griechischen Wörtern „astron“ (Stern) und „logos“ (Wort, Lehre, Deutung) zusammen.
Wie aber kommt man von den Himmelskörpern zu Sternzeichen und Horoskopen? Dazu muss man wissen, dass die Astrologie davon ausgeht, dass jeder Mensch im Augenblick seiner Geburt in einen energetischen Austausch mit dem Universum tritt. Seine Persönlichkeit, aber auch sein weiteres Schicksal hängt davon ab, wie die Konstellation bestimmter Himmelskörper zu diesem Zeitpunkt vom Geburtsort aus betrachtet ist.

So kann die Sonne in einem von zwölf Sternzeichen, also Sternbildern stehen, was das Sternzeichen der betreffenden Person bestimmt. Welches Sternzeichen im Augenblick der Geburt am Osthorizont aufsteigt, gibt wiederum den Aszendenten des Betreffenden an. Neben der Sonne üben aber auch die Stellungen unseres Mondes und der Planeten unseres Sonnensystems einen Einfluss aus. Alle Konstellationen von Sonne, Mond und Planeten zu den Gestirnen werden schriftlich festgehalten – und dieses Schriftstück bezeichnet man als „Horoskop“, ein Begriff, der sich aus den griechischen Wörtern „hora“ (Stunde) und „skopein“ (schauen) zusammensetzt.

Während ein sogenanntes Geburtshoroskop die Momentaufnahme des Himmels im Augenblick der Geburt eines Menschen darstellt, die vor allem für die Persönlichkeitsanalyse herangezogen wird, beschreibt ein „gewöhnliches“ Horoskop die Konstellationen für ein Sternzeichen über einen gewissen Zeitraum und dient eher zur Vorhersage bestimmter Tendenzen. Eine Sonderform des Horoskops stellt das Partnerhoroskop dar, das für zwei Menschen gleichzeitig erstellt wird und die verbindenden und trennenden Faktoren in der Beziehung dieser beiden ergründet.

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