Archive for April, 2009

Bachblüten für den Akutfall

Freitag, April 3rd, 2009

Bachblüten gehören zu den bekanntesten und bedeutendsten Therapieformen der alternativen Heilkunde. Dabei handelt es sich um spezielle Blütenextrakte, die auf den englischen Arzt Dr. Edward Bach zurückgehen. Der 1886 bei Birmingham geborene Bach studierte Medizin in London und Cambridge und war im Anschluss daran am Londoner University College Hospital tätig, bevor er eine eigene Praxis eröffnete. Nachdem er sich auf die Kräuterheilkunde spezialisiert hatte, widmete er sich mehr und mehr der Erforschung der nach ihm benannten Bachblütentherapie, die er im Werk „Heal Thyself“ zusammenfasste.

Darin postuliert er, dass jede Krankheit in einer psychischen Gleichgewichtsstörung ihre Ursache habe. Nur wenn diese beseitigt würde, könne die Erkrankung geheilt werden. Insgesamt kennt diese Therapieform 38 Blütenextrakte aus wild wachsenden Pflanzen, die jeweils auf ganz bestimmte seelische Gleichgewichtsstörungen abgestimmt sind. Sie alle können beliebig miteinander kombiniert werden und haben keine Kontraindikationen.

Zu den 38 Blütenessenzen gesellt sich ein 39. Präparat, das für Akutfälle vorgesehen ist. Diese Notfalltropfen (Rescue Remedy) setzen sich aus fünf verschiedenen Bachblüten zusammen: Star of Bethlehem, der zur Verarbeitung von Schockerlebnissen dient, Rock Rose, die bei Panikattacken und Angstgefühlen hilft, Impatiens, das gegen Nervosität und Reizbarkeit eingesetzt wird, Cherry Plum, die eine Neigung zur Hysterie lindert, und Clematis, die der geistigen Abwesenheit vor einer Ohnmacht entgegensteuert.

Die Kombination der fünf Bachblüten eröffnet eine Vielzahl von Einsatzgebieten. Akute Schockerlebnisse wären hier ebenso zu nennen wie etwa unerfreuliche Nachrichten oder unangenehme Pflichten – kurz: alles, was die Psyche belastet oder überfordert. Bachblüten Notfalltropfen sollten allerdings nur in Akutfällen eingenommen werden – die Verabreichung über einen längeren Zeitraum hinweg ist nicht vorgesehen. Sie werden in der Regel verdünnt, in Form der so genannten Wasserglasmethode eingenommen oder als Salbe auf die Haut aufgetragen.

Tarot: die Kunst des Kartenlegens

Mittwoch, April 1st, 2009

Im Zuge der boomenden Esoterikwelle erlebt auch das Kartenlegen eine Renaissance. Zahlreiche Kartenleger bieten ihre Dienste an, im Fernsehen werden live Karten gelegt und immer mehr Medien bieten dieser Thematik breiten Raum. Woher stammt aber eigentlich die Kunst des Kartenlegens? Wer kam jemals auf die Idee, dass sich aktuelle Lebensumstände oder das Schicksal von Menschen aus der Konstellation bestimmter Karten ableiten lassen?

Angefangen hat alles in China, wo im 7. Jahrhundert die Spielkarten erfunden wurden. Es sollte aber nicht lange dauern, bis man im Reich der Mitte zu vermuten begann, dass Karten nicht nur zum Gaudium dienten, sondern auch tiefe Einblicke in die Geschehnisse rund um einen Menschen oder einer Gesellschaft gewährten.

Bis die Karten Europa erreichten, sollten allerdings noch rund 700 Jahre vergehen, als in Florenz die ersten Karten des Abendlandes auftauchten. Auch hier wurden sie zunächst vorwiegend zum Spielen verwendet – nicht gerade zur Freude der Kirche, die im Kartenspiel ein Werkzeug des Teufels sah. Aller mahnenden Worte zum Trotz erfreute sich das Kartenspiel rasch steigender Beliebtheit.

Eines der ältesten heute noch verwendeten Kartendecks ist der Tarot. Wo die Ursprünge des Tarots liegen und wovon sich seine Bildmotive ableiten, ist bis heute ungeklärt und daher Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Belegt ist nur, dass die ersten Tarotkarten im 15. Jahrhundert in Mailand in Umlauf kamen.

Von dort breiteten sich die Tarotkarten nicht nur bald auf andere europäische Städte aus, sondern wurden auch in zunehmendem Maße zum Wahrsagen eingesetzt. Der als „Court de Gébelin“ bekannte Wahrsager Antoine Court setzte im 18. Jahrhundert erstmals Tarotkarten zum Wahrsagen ein. Er schuf mit dem so genannten Marseiller Tarot auch den Vorläufer der heutigen Tarotkarten. Sein Werk wurde ein Jahrhundert später von dem als Éliphas Lévi bekannten Wahrsager Alphonse Louis Constant weiterentwickelt.

Vor allem aber verdanken die Tarotkarten ihre Popularität Marie-Anne Lenormand, die im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert unter dem Namen Sybille von Paris zur wohl berühmtesten Wahrsagerin aller Zeiten aufstieg und sogar Kaiser Napoleon zu ihren Kunden zählte. Ihr ist es wohl zu verdanken, dass sich der Tarot bis heute gehalten und nichts von seinem Zauber eingebüßt hat.